Selbstständig – sein eigener Chef zu sein – wer träumt nicht manchmal davon?

Als ich am 1. August 1966, nur 30 Tage nach meinem 14. Geburtstag, eine Lehre als Verwaltungsangestellter bei einer Gemeindeverwaltung begann, konnte ich noch nicht ahnen, dass ich mich 5 Jahre später bereits selbstständig machen werde. Mit was kann man sich selbstständig machen, wenn man 5 Jahre lang die Administration und Anwendung von Öffentlichem Recht und von Steuerrecht gelernt hat? Wenn ich nicht an der Herausgabe der monatlichen Gemeindezeitung, die durch Anzeigen finanziert wurde, hätte mitarbeiten dürfen, wäre ich wirklich ratlos gewesen.

So blieb mir immerhin die Möglichkeit, einen kleinen Verlag mit Werbeagentur zu gründen, um Gemeindezeitungen, Vereinszeitschriften, Broschüren, Fachmedien, etc. zu verlegen und Werbung zu machen. Als Texter schrieb ich Informationsdienste, Verkaufstexte für Mailing, Verkaufsgespräche und Präsentationen und für die ungeliebte aber für Profis sehr lukrative Kaltakquise.

Ich lernte immer mehr die Probleme von Unternehmern kennen. Probleme mit Banken, mit der Öffentlichen Hand als Problemkunden, vor allem mit dem Finanzamt. Und so entstand Schritt für Schritt eine Unternehmensberatung, deren Entwicklung alleine von den Problemen der Unternehmer und ihrer Unternehmen gesteuert wurde.

Wer sich heute selbstständig macht, muss das Scheitern mit einkalkulieren. Aber nicht, indem er den größten Fehler macht und eine GmbH gründet, sondern in dem er von vornherein weiß, was zu tun ist. Die Rechtsprechung ist heute dermaßen perfide, sodass der kleinste Fehler zur Existenzvernichtung führen kann. Die verspätete Bilanzabgabe ist, trotz Fristverlängerung des Steuerberaters, ein Existenzkiller. Deshalb der wichtigste Tipp: Niemals GmbH!

Fortsetzung folgt …